Die Inhalte der Qualifizierung werden fächerübergreifend in 4 Handlungsbereichen unterrichtet.
Der Aspekt der Personenzentrierung kommt in allen Handlungsbereichen durch die Sicht auf das individuelle Potential der Menschen mit Behinderung und ihres Wunsch- und Wahlrechts besonders zum Tragen. Der rechtliche Hintergrund findet sich in allen Bereichen wieder.

  • Handlungsbereich I:
    Eingliederung und Teilhabe am Arbeitsleben personenzentriert gestalten
    – Erstellung eines Bildungs- und Eingliederungsplans und die Anwendung diagnostischer Verfahren
    – Formen der beruflichen Bildung und andere Qualifizierungen innerhalb und außerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen
    – Wahrnehmung und Diagnose von Behinderung aus medizinischer, behindertenpädagogischer, psychologischer und psychiatrischer Sicht
    – Anwendung von Methoden und Instrumentarien für eine systematische Beobachtung und Dokumentation von arbeitsplatzrelevanten Fähigkeiten und Fertigkeiten
    – Erarbeitung geeigneter Arbeits- und Beschäftigungsangebote unabhängig von geschlechterbezogenen Rollenverständnissen, Reflektion und bedarfsgerechte Anpassung des Teilhabeprozesses
    – Förderung, Gestaltung und Begleitung von Übergängen in andere berufliche Bildungs-, Arbeits- oder Beschäftigungsprozesse.

 

  • Handlungsbereich II:
    Berufliche Bildungsprozesse personenzentriert planen, steuern und gestalten
    Rechte, Interessensvertretungs- und Selbstvertretungsmöglichkeiten
    von Menschen mit Behinderung Behindertes Leben im Rückblick auf die Zeitgeschichte:
    – Wahrnehmung und Reflexion der eigenen Tätigkeit vor dem Hintergrund historischer Kenntnisse im Umgang mit behinderten Menschen
    – Rechtsstellung behinderter Menschen in unserer Gesellschaft
    – Anforderungen an den Datenschutz
    – Entstehung von und Umgang mit Behinderung und psychischer Erkrankung
    – Verarbeitungsprozesse von Behinderung betroffener Menschen und deren Angehörigen
    – Besuche in Rehabilitationseinrichtungen Erarbeitung eines individuellen, an den Inhalten der anerkannten Ausbildungsberufe orientierten Bildungsplanes
    – Methodik und Didaktik
    – Gestaltung geeigneter Lernumgebungen in Bezug auf Qualität und Nachhaltigkeit
    – Der rechtliche Rahmen im Eingangsverfahren/ im Berufsbildungs- und Arbeitsbereich
    – Aussagen über die Eignung der Werkstatt für behinderte Menschen als geeignete Eingliederungseinrichtung treffen und Empfehlungen für Übergänge treffen
    – Entwicklung arbeitsbegleitender Maßnahmen
    – Methoden zur Selbstreflektion
    – Berufliche Qualifizierung durch Fort- und Weiterbildung behinderter Beschäftigter

 

  • Handlungsbereich III:
    Arbeits- und Beschäftigungsprozesse personenzentriert planen und steuern sowie Arbeitsplätze personenzentriert gestalten
    – Mitwirkung am Auftrag der Werkstatt, ein breites Angebot an Arbeitsplätzen bereitzustellen. Orientierung an den Entwicklungen des allgemeinen Arbeitsmarktes
    – Gestaltung lernförderlicher Arbeitsplätze unter Berücksichtigung der jeweiligen Leistungsfähigkeit und Eignung sowie der behinderungsspezifischen Möglichkeiten der Beschäftigten
    – Arbeit als Möglichkeit zur Entwicklung der Persönlichkeit des behinderten Menschen
    – Arbeitsplatzgestaltung unter Berücksichtigung ergonomischer Aspekte und Inhalte der Arbeitssicherheit, des Unfallschutzes und des Umweltschutzes
    – Anwendung wirtschaftlicher Kriterien und Standards der Qualitätssicherung bei der Gestaltung der Arbeitsabläufe (Kostenbewusstsein)
    – Dokumentation und Anwendung von Instrumenten der Begleitplanung
    – Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Teilhabe des Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben; das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis
    – Motivation als Führungsinstrument
    – Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsplätzen

 

  • Handlungsbereich IV:
    Kommunikation und Zusammenarbeit personenzentriert planen, steuern und gestalten
    – Selbstbestimmung der Menschen mit Behinderung durch unterstütze Kommunikation
    – Wahrung des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte in der Kooperation und Kommunikation mit dem Menschen mit Behinderung und seinem Umfeld
    – Moderation und Führung von Gruppen
    – Erarbeitung von toleranz-, wertschätzungs- und verständnisfördernden Aufgaben und Projekten für Menschen mit Behinderung
    – Methoden des Konfliktmanagements
    – Befähigung der Menschen mit Behinderung zum Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen
    – Zielgruppengerechte/r Auswahl und Einsatz von Medien
    – Grundbegriffe der Kommunikation
    – Planung, Durchführung und Auswertung von Gesprächen
    – Alternativen zur sprachlichen Kommunikation: Unterstützte Kommunikation und Gebärdensprache als Hilfen in der Arbeit mit nicht-sprechenden behinderten Mitarbeiter_innen
    – Kenntnisse der psychosozialen Situation von Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen
    – Informations- und Kooperationsangebote und Abläufe in den Institutionen des Umfeldes des behinderten Menschen kennen lernen und in die eigenen beruflichen Aktivitäten der MitarbeiterIn in der WfbM einbeziehen (Netzwerkarbeit)
    – Auswirkungen von Behinderung bei Menschen mit geistiger Behinderung und psychischer Erkrankung auf ihre körperliche, geistige und seelische Verfassung und auf das Arbeits-, Sozial- und Lernverhalten erkennen

    – Psychotherapeutische und verhaltenstherapeutische Ansätze in der Arbeit bei Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung kennen lernen

 

Bitte beachten Sie, dass die Qualifizierung zur geprüften Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung über eigene Teilnahmebedingungen und einen eigenen Anmeldebogen verfügt.
Auskunft und Beratung erhalten Sie bei Frau Vera Holstein, unter: 0711-25589 40 oder per E-Mail: vera.holstein@lebenshilfe-bw.de

 

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